IFA spezial: Blick über den Tellerrand

Willkommen auf der IFA – und keine Angst, hier gibt’s nicht nur Waschmaschinen!

Die Telekom hilft Feedback Community hat zur IFA geladen. Einer Einladung der ich gerne gefolgt bin und die es auch in diesem Jahr ermöglicht etwas über den Entertain-Tellerrand hinauszublicken.

War der klare Trend letztes Jahr noch 3D, lockt man damit dieses Jahr kaum jemanden hinter dem Ofen hervor. Dieses Jahr braucht es nur noch eines: Apps. OK, für diese Erkenntnis muss man nicht auf die IFA. Da reicht es auch diesen Blog zu lesen um zu erfahren, dass die Telekom LIGA total! 3D einstellte und neue TV-Apps gelaunched hat (wenn auch mit einigen Startschwierigkeiten). Doch auf den Messeauftritt der Telekom komme ich in einem extra Artikel zu sprechen. Zunächst möchte ich für euch meinen kleinen Rundgang auf der IFA mit dem Fokus auf TV-Nutzung zusammenfassen.

hbbTV Remote

Fangen wir mit einer kleinen Überraschung an. Nach dem letzten Jahr hatte ich einen erneuten Aufguss von hbbTV bei den ÖRs befürchtet.. und zunächst drängte sich auch dieser Eindruck auf. Doch der Teufel steckt im Detail, denn auch die ARD möchte ihr Stück Kuchen von der Multi-Device-Nutzung abhaben. Und wie macht man dass? Man verknüpft Webseite mit hbbTV. Nach dieser Kopplung ist es dann auch möglich mit dem Tablet das TV-Geschehen zu steuern, d.h. das TV-Gerät macht nach was man im Tablet gerade klickt. Oder aber genau umgekehrt, die Moderatorin weisst auf weiterführende Informationen im Web hin, Taste gedrückt, geht die Seite im Tablet auf. Das ganze nutzt bereits bestehende Standards und ist daher Geräteübergreifend, praktisch läuft jeglicher Verkehr einfach über die Seiten der TV-Sender. Entsprechend langsam ist das ganze und es kann auch nur ein Gerät gekoppelt werden. Aber immerhin.. mehr als letztes Jahr 🙂

Ja und damit komme ich ohne großes Gerede gleich zum Trend der diesjährigen IFA: Apps. Der Übersichtlichkeit wegen in tabellarischer Form.

Los geht's mit A wie Aquos, einer Serie TV-Geräte von Sharp, die das große weite Internet auf den heimischen Fernseher holen wollen..
Keine schlechte Idee, dachten sich wohl auch die Leute von Thompson... aber da gehen noch mehr Apps auf einen Bildschirm.
Keinen Thompson-TV? Kein Problem.. Vestel bietet die passende STB auch Oma's Röhre mit Apps zu versorgen. Am besten aber gleich noch eine gute Brille dazu schenken.
Oder doch lieber Coverflowlike seitwärts scrollen? Aber ein paar Kacheln bringen die Leute von Toshiba oben und unten auch noch unter. Man muss dabei nicht mal auf sein Fernsehprogramm verzichten, das klein unten rechts eingeblendet wird. Wenn der TV groß genug ist, kann man vielleicht sogar was darauf erkennen.
Aber Toshiba kann auch anders. Ohne Brille kann man seine Musik, Fotos und Videos anschauen.
Bei Loewe sieht das ganze schon aufgeräumter aus. Aber Kacheloptik um den Sender auszuwählen, den ich gucken will? Hier wäre statt dem Senderlogo eine kleine Videovorschau dessen was gerade läuft deutlich praktischer.
Aber Kacheloptik ist in, sehen auch die Leute von Panasonic so. Was wohl das große Unternehmen mit Patenten auf runde Ecken davon hält?
Aber ich denke im Fall des Falles kann man sich auch zusammenschließen. Google TV steht auch auf Kacheln.
Wo wir gerade bei Google sind, dessen Android Betriebssystem scheint sich auch auf STBs wohl zu fühlen...
... offenbar schon länger.
Und um die Apple-Konkurrenz zu vervollständigen, auch Samsung hat Apps - schon ewig. Und da Samsung nicht nur TV-Geräte und Waschmaschinen produziert, sondern auch Handys und Tablets und diese gerne verkaufen will, geht hier der Trend klar zur Multi-Screen-Lösung.
Aber nicht nur Samsung-Geräte lassen sich übers Netzwerk steuern. Das geht auch mit Philips...
... Metz ...
... TechniSat ...
... Sony ...
... Panasonic ....
... Panasonic Verstärkern ...
... oder jedem beliebigen Gerät mit Infrarot-Empfänger mittels der Soft- und Hardware von voomote.

So, das wars dann schon auf der IFA 2012. Gerne hätte ich mehr Innovationen gezeigt, aber entweder wurden die nur hinter verschlossenen Türen gezeigt, oder ich habe sie in der Eile übersehen.

Abschließend fällt mein Fazit gemischt aus. Apps auf dem TV-Gerät halte ich für eher uninteressant, das mache ich lieber mit dem Tablet in der Hand. Aber wer kein Tablet hat, findet vielleicht daran Interesse. Die Apps auf dem Tablet oder Smartphone um andere Geräte zu steuern finde ich ein nettes Gimmick, nur wenn ich hinterher zum fernseh schauen erstmal 3 Apps hintereinander auf- und wieder schließen muss, bis ich alle Geräte so eingeschaltet und eingestellt habe, wie ich das will, greife ich doch lieber zur Universalfernbedienung mit Makrofunktion oder wenn es auf dem Smartphone sein muss zur voomote. Aber vielleicht können die Fritzboxen und Speedports der Zukunft auch eine Art App-Hub sein, so dass ich nur noch die Fritz-App brauche und damit alle meine intelligenten Geräte ansteuern kann. Aber dazu müsste wohl erstmal ein einheitlicher Standard her.

Soviel mal zum IFA-Rundgang 2012. Dem Rundgang über den Telekom-Stand widme ich einen eigenen Artikel.

Das war die IFA 2012
Die vodafone-Halle

P.S.: Natürlich war ich dieses Jahr auch wieder bei vodafone um mich über die Entwicklung von vodafone TV zu informieren. Allerdings gibt es da nicht wirklich viel zu berichten – vodafone TV war auch nur an einem kleinen Tisch und einer kleinen Nische mit Sitzgelegenheit vertreten – immerhin war so direkt ein Mitarbeiter griffbereit der sogleich den Fachmann dazu rief, was die Diskussion recht effizient machte 🙂 Mit dem letzten Update wurde die Aufnahme von RTL HD & Co ermöglicht und gleichzeitig das Vorspulen derer verhindert. Ausserdem ist vodafone immer noch dabei die STB ins Heimnetz zu integrieren um bspw Bilder von der Netzwerfestplatte abzuspielen. Auch wurde mir von Planungen vodafone TV aufs Handy und Tablet zu bringen berichtet, jedoch schien mir das noch nicht ganz spruchreif und eher ein Thema für die IFA2013 zu sein.

 

5 Kommentare zu IFA spezial: Blick über den Tellerrand

  1. Ja, leider scheint aber mal wieder jeder Hersteller sein eigenes Süppchen zu kochen, statt bestehende Standards zu nutzen. Apple, Google und auf absehbare Zeit vermutlich auch Microsoft haben wohl am ehesten die Chance ein vernünftiges Angebot an Apps bereitstellen zu können, also bitte liebe Hersteller dann integriert doch eins der vorhandenen Systeme in einer Art VM im Fernseher statt wieder halbgare Geschichten zu machen, die nach einem halben Jahr wieder veraltet sind. Ist ja jetzt schon so, dass man nach spätestens einem Jahr mit seinem Fernseher schon wieder Nase ist, wenn man nicht zu einem der Glücklichen zählt, deren Hersteller Firmware-Updates rausbringt. Für meinen Sony-Fernseher gibt es die Möglichkeit leider nur durch einer Fachwerkstatt.
    Wie auch immer, zumindest bei Sony hatte ich eine Kleinigkeit entdeckt, die mir hier vielleicht Abhilfe verspricht. Und zwar gab es ein paar Xperia-Tablets und auch Smartphones die mittels Wireless Display (immerhin ein Intelstandard auch teilweise schon bei Notebooks) ihre Ausgabe auf dem Fernseher machten, d.h. parallel zur Anzeige auf dem Tablet erschien die Anzeige auch in groß auf dem Fernseher. So würde man sich sparen auf dem Fernseher auch noch eine Umgebung mit Apps usw. pflegen zu müssen … Momentan ging da nur über eine kleine Box von Netgear, die per WLAN die Signale empfängt und per HDMI an den Fernseher weiterleitet. An sich sollte man das doch aber auch problemlos im Fernseher integrieren können, da WLAN ja eh oft schon drin ist.

  2. @niklasR
    Ne, gibt es gar nicht und hab ich bislang auch nichts davon gehört, dass es geplant wäre.

    @Matthias
    Naja, das ist zum Zocken oder Surfen auf dem TV noch eine praktikable Lösung, aber damit bekommst du nicht die Mischung von TV und Interaktivität hin, also Overlays über dem TV-Bild. Aber ich denke mal Android hat ganz gute Chance sich durchzusetzen, wenn sie sich nicht allzudumm anstellen. Sony verkauft ja schon Google TV 😉

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